Das Züchten von Orchideen ist eine sehr spezialisierte Arbeit, die viel Sachverstand und Geduld verlangt


Das Züchten von Orchideen ist eine zeitraubende und wertvolle Beschäftigung. Zwischen dem Wachstumsprozess des Bildungsgewebes der Orchidee (Meristem) und dem Moment, an dem die Pflanze ihren Platz in einem Wohnzimmer findet, vergehen gut und gern 106 Wochen. Anders ausgedrückt: Im selben Zeitraum, in dem ein Baby zu einem Kleinkind von rund 12 kg und ca. 90 cm Größe heranwächst und zwischendurch auch noch essen, sprechen und laufen lernt, wächst eine Orchidee zu einer Pflanze mit einer Höhe von 60 – 70 cm heran.

Präzisionsarbeit

Die erste Zeit ihres Bestehens, also die ersten 9 Monate im Beet, verbringt die zarte Orchidee in einem sterilen Raum, in dem Temperatur und Luftfeuchtigkeit sehr genau kontrolliert werden. Ansonsten kann es zu Schimmelbildung kommen. Auch beim Einpacken der Orchideen am Ende ihres Aufenthaltes im Zuchtbetrieb ist fachspezifisches Vorgehen erforderlich. Dabei muss sehr vorsichtig vorgegangen werden, damit die Arbeit von zwei Jahren nicht in wenigen Sekunden zunichte gemacht wird.

Fairer Preis

Es versteht sich von selbst, dass all die Zuwendung, Aufmerksamkeit und Zeit ihren Preis hat. Orchideen sind deshalb auch nicht ‘billig’. Andererseits – was ist teuer? Orchideen blühen im Schnitt sechs bis acht Wochen lang. Und einige Sorten haben pro Jahr manchmal drei Blühperioden hintereinander. Welcher Blumenstrauß kann da schon mithalten!